Als neu die Schöpfung war und alle Sterne
In ihrem ersten Glanze schienen,
Hielten die Götter in dem Himmel Rat und sangen:
"O Anblick der Vollkommenheit! .........................
O ungemischte Freude!"
Plötzlich ein Schrei: "Es scheint, ein Glied
In dieser Kette des Lichts ist irgendwo gebrochen
Und einer von den Sternen ging verloren!"
Die goldne Saite einer Harfe sprang,
Ihr Lied brach ab, sie riefen betroffen:
"Ja, der verlorene Stern war doch der beste,
Er war der Glanz von allen Himmeln!"
Von diesem Tage an wird ruhelos nach ihm gesucht.
Von einem zu den anderen geht der Klageruf,
Daß ihre einzige Freude die Welt mit ihm verlor.
Nur in dem tiefsten Schweigen tiefer Nacht
Lächeln die Sterne und flüstern sich heimlich zu:
"Vergeblich ist das Suchen. Allüberall ist
Ungebrochene Vollkommenheit."
Rabindranath Tagore 1841 - 1941